Ist WordPress ein CMS oder eine Blogging-Plattform? Beides!

Dies ist eine freie Übersetzung des Blogbeitrags „Is WordPress a CMS or a blogging platform? Yes.“ von Milton Brian Jones.
Herzlichen Dank an Milton für die Erlaubnis eine freie Übersetzung veröffentlichen zu dürfen und an Throdis Bonfranchi-Simovic aka Sahanya für den Lesetipp.

Ich mag WordPress. Ich benutze es auf dieser Website und es ist das Content Management System (CMS), das ich am besten kenne.

Ich gebe zu, dass mir einige andere Systeme vermutlich besser gefielen, wenn ich sie so gut kennen würde wie WordPress. Deshalb versuche ich über andere Content Management Systeme nicht schlecht zu reden. Ich habe die Flexibilität, die mir WP als Designer gibt, und die Benutzerfreundlichkeit, die es Kunden erlaubt, nach der Inbetriebnahme ihre Inhalte aktuell zu halten, immer schon geschätzt.

Wenn ich Kritik an WordPress als CMS höre, dann bezieht sich diese hauptsächlich auf die primäre Schwäche, dass WordPress nur oder hauptsächlich auf Bloggen ausgerichtet ist.

Wenn Du weißt, wie man WordPress Themes anpasst, ist Dir natürlich klar, dass es einfach ist, die ganzen Blog-Bestandteile herauszunehmen (falls gewünscht) und eine traditionelle Website mit WordPress als CMS zu realisieren – das ist kein Problem.

Aus diesem Grund ist es mir egal, dass der Schwerpunkt von WordPress direkt nach der Installation beim Bloggen liegt, bzw. genauer gesagt, startete WordPress als Blog-Software und entwickelte sich weiter. Es wird sich mit der Version WordPress 3.0 noch weiter weg von seinen Blog-Wurzeln entfernen.

Aber die andere Sache, die mich befremdet, ist die Meinung, dass WordPress wegen seines Schwerpunkts auf das Bloggen kein „echtes CMS“ sei: Wie kann es für ein Content Management System schlecht sein, im Kern Blog-Funktionalität zu enthalten?

Abgesehen von der Tatsache, dass Du WP leicht so anpassen kannst, dass kein Blog integriert ist, solltest Du die Beziehung der Wörter Inhalt (content) und Blog zueinander bedenken.

Was ist ein Blog wirklich anderes als ein beständig aktualisierter Strom von Web-Inhalten? Text, Bilder, Videos, Ton, Links … Inhalt. Die meisten der Websites, die ich regelmäßig seit Jahren besuche, sind Blogs. Du weißt, warum ich diese Seiten besuche? Wegen ihres Inhalts.

Was zählt ist der Inhalt (Content is king) und Blogs sind Spitzenreiter in Bezug auf den Inhalt.

Vielleicht sollte die Frage nicht lauten, ob ein CMS, dass auf einem Blog basiert, ein echtes CMS sein kann, sondern ob ein CMS, dass keine leistungsstarke Blogging-Plattform beinhaltet, als echtes CMS bezeichnet werden kann.

Ich mache hauptsächlich Witze über den letzten Teil. Ich verstehe, warum viele Leute WordPress nicht für ein traditionelles CMS halten. Es gibt viele gute Content Management Systeme, die das Bloggen nicht unterstützen. In vielen Situationen ist ein gebrauchsfertiges Content Management System die beste Lösung, die genau das abdeckt, was Du brauchst – nicht mehr und nicht weniger.

Andererseits wie oft kommt es bei der Erledigung von Aufträgen vor, das man eigentlich nur etwas gebrauchsfertig (out of the box) installiert und den Kunden dann damit allein lässt? Die meiste Zeit geht es um einige Anpassungen. Wenn Du also kein Blog brauchst, dann installiere einfach ein Theme, dass diese Bestandteile nicht enthält, gestalte eine benutzerdefinierte Startseite (Homepage) und die Website, wie Du sie haben willst.

Versteh mich nicht falsch. Es gibt Websites, für die WordPress nicht sonderlich geeignet ist. Ich sage nicht, dass es das beste CMS für jede einzelne Website auf dieser Welt ist. Aber wenn es nicht sonderlich geeignet ist, hat das Problem nicht darin seine Ursache, dass seine Startseite ein Blog ist.

Wenn ich tatsächlich eine Website ohne Blog für einen Kunden mit WordPress erstelle, dann tröste ich mich mit dem Wissen, dass ich ein Blog ganz einfach mit der besten Blog-Software einrichten kann, wenn er später ein Blog (hinzugefügt) haben möchte. Bedenkt man, wie wichtig Blogs zum Aufbau von überzeugenden Inhalten sind, ist es verständlich, dass sich ein Kunde mit wachsenden und sich verändernden Ansprüchen ab einem bestimmten Punkt in diese Richtung bewegen möchte.

In vergangenen Zeiten, war WordPress vielleicht eine Blogging-Plattform, die so zurecht gebogen werden konnte, dass sie als CMS funktioniert. Heutzutage ist es ein großartiges CMS, das eine großartige Blogging-Plattform beinhaltet.

Wenn das Bloggen standardmäßig im Mittelpunkt von WordPress steht, was soll es? Das ist nicht eine Schwäche, es ist eine Stärke. Für viele Betreiber von Websites ist das Blog der wichtigste Inhaltsbereich der gesamten Website. Warum sollte man das wie einen nachträglichen Einfall behandeln?

Ergänzende Anmerkungen:

Ich, Dieter Welzel, betreibe Websites wie www.webseiten-infos.de lediglich als Hobby, habe also keine Kunden.

Gleichwohl finde ich es persönlich praktisch, mit WordPress auch eine Website ohne Blog aufsetzen und später einfach um ein Blog ergänzen zu können. Umgekehrt geht das übrigens auch.

Alles nur eine Frage der richtigen Theme-Wahl. Dazu demnächst mehr.

5 Kommentare und 2 Trackbacks/Pingbacks

  1. 1. Alex L

    Kommentar vom 2. Mai 2010 um 18:56

    Ich nutze ja auch schon seit 2 Jahren WP auch wenn nur im Sinne eines Blogs. Die Ansicht, welche in diesem Beitrag vermittelt werden will, ist einleuchtend und ich teile diese Meinung definitiv. Ob Blog mit CMS-Bestandteilen oder CMS mit Blog-Bestandteilen, Hauptsache man kann es vielfältig verwenden und man kann bei WordPress nicht behaupten, dass es nur für reine Blogs gedacht sei. WordPress ist doch ruckzuck umgestaltet, soweit man es selbst kann. Daher kann man in diesem Punkt nicht meckern. Auf die neue Version freue mich und in welchem Umfang ich 3.0 einsetzen werde, wird sich direkt nach der Veröffentlichung und den ersten Erfahrungen damit zeigen.

  2. 2. Fabian

    Kommentar vom 2. Mai 2010 um 19:46

    WordPress hat als Blogging Plattform angefangen, aber bei den ganzen Erweiterungen, Apps und Plugins kann es mittlerweile auch mit den professionellen Content Management Systemen konkurrieren. Mittlerweile kann man damit ja Foren, Shops und so weiter und so fort betreiben. Das ist halt das Schöne an Open Source Projekten.

  3. 3. Dieter

    Kommentar vom 2. Mai 2010 um 20:11

    @Alex
    Auf Jurafernstudium.de und dieter-welzel.de setze ich derzeit WordPress auch nur als Blog auf den Unterseiten jurafernstudium.de/blog/ und dieter-welzel.de/blog/ ein.

    Hier auf Webseiten-Infos.de dagegen gibt es auch sog. statische Seiten mit Artikeln, nutze ich also WordPress als CMS mit Blog.

    @Fabian
    WordPress selbst kennt nur Plugins zum Ergänzen und Modifizieren von Funktionen.

    Es gibt allerdings für das iPhone als auch Android-Smartphones eine App für das Bloggen mit WordPress.

    Zur Foren-Integration in WordPress kann man beispielsweise auf bbPress zurückgreifen.

    Eine gute Shop-Integration in WordPress ist mir allerdings noch nicht bekannt. An was hattest Du da denn gedacht?

  4. 4. Fabian

    Kommentar vom 3. Mai 2010 um 14:48

    Hatte das WordPress e-commerce Plugin im Sinn. Habe es zwar selbst noch nicht ausprobiert, da ich selbst keinen Online Shop betreibe, aber soll wohl (für ne kostenlose Lösung) doch recht brauchbar sein.

    Trotz allem, ich finde WordPress verdient mittlerweile die Bezeichnung CMS auch wenn es im Grunde um ein sehr funktionsfähiges erweiterbares Blogging Programm handelt.

  5. 5. Dieter

    Kommentar vom 3. Mai 2010 um 23:02

    @Fabian
    Kenne das WordPress e-commerce Plugin ebenfalls nicht. Habe dafür aber gehört, dass die WordPress-Lösungen mit guten e-commerce Shops nicht mithalten können.

    Ist für mich auch kein Thema, da ich keinen Online Shop habe oder zu betreiben gedenke.

    Übrigens, auch andere finden, dass WordPress als CMS bezeichnet werden kann (siehe beispielsweise „WordPress, das CMS“ bei toscho.de).

  6. […] WordPresss von einer Blogsoftware zu einem CMS (siehe hierzu auch beispielsweise “Ist WordPress ein CMS oder eine Blogging-Plattform? Beides!“, “WordPress, das CMS” und “WordPress ist ein CMS, […]

  7. 7. Wann sollte man WordPress als CMS nutzen

    Pingback vom 7. Dezember 2012 um 13:08

    […] Ist WordPress ein CMS oder eine Blogging-Plattform? (webseiten-infos.de) […]

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