22. Dezember 2008 von Dieter | 2 Kommentare | drucken
Was macht eine gute Webpräsenz aus?
Inhaltsverzeichnis
- Der Inhalt
- Die benutzerfreundliche Gestaltung
- Die Zugänglichkeit (Accessibility)
- Die Navigation
- Die Ladezeit der Webseite
- Die Qualität des Quelltextes
- Die Kommunikation mit den Besuchern
In Anlehnung an das sehr lesenswerte Buch “Little Boxes Teil 0″ von Peter Müller möchte ich hier sieben wesentliche Qualitätskriterien nennen (siehe auch seinen ebenfalls lesenswerten Artikel “Gute Seiten, schlechte Seiten” bei akademie.de).
1. Der Inhalt
Oder: Was gibt es hier?
Der Inhalt ist das A und O einer guten Webseite. Oder auf englisch: Content is King.
Konkret heißt das, dass Du Dir als Erstes Gedanken machen solltest, welche Inhalte Du auf Deiner Webpräsenz veröffentlichen willst. Hierbei gilt es Pflichtangaben wie beispielsweise im Regelfall das Impressum (Assistent) zu beachten.
Mögliche Medien zur Präsentation Deiner Inhalte sind
- Text
- Bilder
- Ton
- Videos
2. Die benutzerfreundliche Gestaltung
Oder: Wie sieht es aus?
In Abhängigkeit von Deinen Inhalten solltest Du die Gestaltung festlegen.
Sofern Du Informationen bereitstellen möchtest, liegt dem der Gedanke form follows function (Form folgt Funktion) zugrunde.
Der Zweck liegt dann in einer hohen Benutzerfreundlichkeit (Usability), so dass der Besucher Deiner Webpräsenz sich keine großen Gedanken darüber machen muss wie und wo er etwas findet (Englisch: Don´t make me think! So heißt übrigens auch das sehr lesenswerte Buch von Steve Krug zur Web Usability).
Wesentliche Bestandteile der grafischen Gestaltung sind
- das Layout der Seiten,
- die Farben,
- die grafischen Elemente und
- die Schriftart (Typographie, Typografie).
Webseiten sind weder Gemälde noch aus Papier. Vielmehr werden sie für die Besucher gemacht und diese können mit den verschiedensten Ausgabegeräten wie Handy, PDA, PC-Monitor und verschiedensten Einstellungen des jeweiligen Browsers Deine Webseiten sehen.
Vor diesem Hintergrund führen Mängel bei der Zugänglichkeit zum Aussperren oder zumindest zu Zugangsbehinderungen von (potentiellen) Besuchern.
3. Die Zugänglichkeit (Accessibility)
Oder: Können alle Ausgabegeräte (Browser, Screenreader etc) die Seite darstellen?
Die Zugänglichkeit ist also nicht nur eine Frage des Internetzugangs für behinderte Menschen.
Vielmehr geht es darum mit welchen Ausgabegeräten und welchen Einstellungen derselben Deine Webseiten von jedem Besucher gesehen und genutzt werden können.
Schau Dir mal beispielsweise Webseiten mit
- ausgeschalteten Cascading Style Sheets (CSS),
- ausgeschaltetem JavaScript (JS),
- einem Browser ohne Flashunterstützung/-Plugin,
- deutlich vergrößerter Schrift,
- einem Handy
an. Wenn Du auch dann noch die Webseiten gut betrachten sowie deren Navigation und Funktionen nutzen kannst, dann ist diese Webpräsenz gut zugänglich (barrierefrei; besser: barrierearm).
4. Die Navigation
Oder: Wie findet sich der Besucher zurecht?
Die Navigation ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Gestaltung einer Website. Für sie gilt im Besonderen, dass der Besucher sie benutzen soll ohne darüber nachdenken zu müssen.
Eine gute Navigation zeichnet sich dadurch aus, dass sie
- selbsterklärend ist, also vom Besucher nicht erlernt werden muss,
- eindeutige und aussagekräftige Beschriftungen enthält,
- dem Besucher anzeigt, wo er sich gerade befindet (in der Regel mit einer Brotkrümelnavigation (breadcrumb navigation) realisiert),
- allgemeine Konventionen beachtet und
- Alternativen bietet (Navigationsmenü, Suche und gegebenenfalls Brotkrümelnavigation).
Besonders intuitiv, da aus dem realen Leben bekannt und im Web ursprünglich durch Amazon populär geworden, ist die Karteikarten-Navigation (Tab-Navigation, Registerkarten-Navigation, Reiternavigation, Tabbed Document Interfaces (TDI)).
5. Die Ladezeit der Webseite
Oder: Wie schnell wird die Webseite geladen?
Zu schnell gibt es nicht, wohl aber zu langsam.
Definitiv zu langsam geht das Laden der Seite, wenn der Besucher den Button Abbrechen angeklickt hat, bevor die Seite geladen ist.
Ursächlich für (zu) lange Ladezeiten sind häufig nicht für das Web optimierte Grafiken.
Dabei darfst Du zudem nicht vergessen, dass es immer noch viele Surfer gibt, die kein DSL haben (Statistik).
Einen Geschwindigkeitscheck kannst Du beispielsweise bei websiteoptimization.com vornehmen.
Eine sehr schnelle Seite hat beispielsweise die Suchmaschine Google.
6. Die Qualität des Quelltextes
Oder: Entspricht der Quelltext modernen Standards?
Dies ist ein Qualitätsmerkmal, welches der Besucher normalerweise nicht sieht, denn die Browser besitzen eine ausgesprochen hohe Fehlertoleranz.
Guter Quelltext berücksichtigt die Trennung von Inhalt und Gestaltung. Während (X)HTML für den semantisch korrekt ausgezeichneten Inhalt (das Markup) zuständig ist, wird die Gestaltung mit CSS umgesetzt.
Der aus meiner Sicht wichtigste Vorteil einer konsequenten Trennung durch Auslagerung von CSS in externe Dateien ist, dass sich damit die Webseiten wesentlich einfacher pflegen lassen.
Der Quelltext einer Webseite kann durch einen Validator auf Grammatikfehler überprüft werden.
So bietet beispielsweise das World Wide Web Consortium (W3C) einen (X)HTML-Validator als auch einen CSS-Validator an.
Eine validierende Webseite, die also keine Grammatikfehler aufweist, ist ein Zeichen für ein sorgfältiges Arbeiten beim Erstellen und Pflegen der Seite. Leider sind solche Webseiten auch heute noch die Ausnahme. Nach dem englischen MAMA Markup Validation Report von Opera sind lediglich etwa 4% aller Seiten im Web valide!
Einen hervorragenden Einstieg zum Lernen von (X)HTML und CSS bieten die Bücher Little Boxes Teil 1 und 2 von Peter Müller.
Schließlich sei noch auf den Qualidator hingewiesen, der Webpräsenzen hinsichtlich
- Usability (Benutzungsfreundlichkeit),
- Accessibility (Zugänglichkeit),
- SEO (Suchmaschinenoptimierung) und
- Quality (technische Qualität)
überprüft. Diesbezüglich sehenswertes Beispiel: Webdesign Weisshart
7. Die Kommunikation mit den Besuchern
Oder: Wird die Möglichkeit zur Interaktion adäquat umgesetzt?
Moderne Webpräsenzen verfügen heutzutage über vielfältige Möglichkeiten der Interaktion.
Selbst für kleine private Webauftritte gelten Kontaktformular, Suche und Gästebuch fast schon als Mindestausstattung, sprich Standard.
Im “Mitmach”-Web 2.0 werden die Inhalte sogar nicht mehr nur oder überhaupt nicht mehr vom Betreiber der Seite, sondern von den Benutzern erstellt. Typische Beispiele dafür sind
- Foren,
- Videoplattformen wie YouTube,
- Foto-Communities wie Flickr,
- Wikis wie Wikipedia,
- Social-Bookmark-Netzwerke wie Mister Wong und Delicous,
- Blogs wie bei Blogger.com und WordPress.com,
- der Mikro-Blogging-Dienst Twitter sowie
- Community-Plattformen wie MySpace, wer-kennt-wen und StudiVZ.
Infos
Webseite veröffentlicht am Montag, den 22. Dezember 2008, um 00:26 Uhr, zuletzt geändert am Sonntag, den 25. Oktober 2009, um 16:55 Uhr.
Schlagworte: Geschwindigkeit, Gestaltung, Inhalt, Kommunikation, Navigation, Quelltext, Webpräsenz, Webstandards, Zugänglichkeit





1. Name-gelöscht
Kommentar vom 23. Dezember 2009 um 01:23
Danke für den Beitrag.
2. Dieter
Kommentar vom 23. Dezember 2009 um 07:14
Bitte schön.