Google Home View kommt!

Leider wird die Diskussion um Google Street View mehr emotional als sachlich und teilweise auch beleidigend und sehr polemisch geführt (siehe hierzu beispielsweise den Blogbeitrag „Mit Jens Best hat die hässliche Fratze der Charakterlosigkeit ein Gesicht bekommen“ bei fixmbr.de).

Mein Versuch mit einem Kommentar, der Links zu den YouTube-Videos „Phyton versus Google“ (siehe hierzu meinen Blogbeitrag „Google Street View: Die Diskussion„) sowie „heute show 12.03.10: Sonneborn – google home view“, enthielt, etwas Humor in die Diskussion zu bringen, scheiterte. Mein Kommentar wurde im Gegensatz zu neueren polemischen Kommentaren leider nicht frei geschaltet. Das gute Recht der Betreiber Christian Sickendieck und Oliver Herold. Diese Verhaltensweise lässt aber auch tief in deren Toleranz zu Andersdenkenden blicken.

Ich persönlich finde die Idee und geplante Aktion von Jens Best gut, Häuser online sichtbar zu machen, die in Googles umstrittenem Street-View-Projekt verpixelt wurden (siehe hierzu den Spiegelartikel „Umstrittener Foto-Aktivist – Deutschlands größter Street-View-Fan“ und das Forum streetview.mixxt.de). Dieses Vorhaben ist nach meiner Auffassung derzeit in Deutschland ebenso rechtlich zulässig wie Street View selbst. Wer gegen solche Angebote im Web ist, der muss halt versuchen beim Gesetzgeber gehört zu werden, damit dieser die rechtlichen Rahmenbedingungen entsprechend ändert.

Und für alle, die noch Humor haben, hier das absolut sehenswerte YouTube-Video zu Google Home View. Eine gelungene Parodie! Viel Spaß damit! Ich habe herzhaft gelacht!

15 Kommentare

  1. 1. Markus

    Kommentar vom 23. August 2010 um 11:56

    Mach‘ dir nix draus, Chris und Oliver machen da einen „Wir können Web und Streetview ist der Untergang“. Kritische Trackbacks schalten sie gar nicht frei (nur die „Ja! F!XMBR ruled!“-Trackbacks) und wenn sie jemand auf ihren bescheidenen Stil hinweist, bekommt man nur ein „Blogger dürfen das!“. Chris scheint da zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu wollen, indem er darstellt, dass Blogs reine Meinungen ohne sachliche Argumentation sind, mithin Bitmüll.

  2. 2. Dieter

    Kommentar vom 23. August 2010 um 14:34

    @Markus

    Danke für die Bestätigung meiner Vermutung.

    Schade, dass Chris und Oliver Polemik einer sachlichen und inhaltlichen Auseinandersetzung vorziehen.

  3. 3. Klaus

    Kommentar vom 28. August 2010 um 19:19

    Hi Dieter,

    das Fotografieren der Frontseite von Häusern, d.h. der zur öffentlichen Straße zugewandten Seite ist und war eigentlich schon immer erlaubt.
    Versuche das gerichtlich unterbinden zu lassen sind bisher immer abgeschmettert worden, soweit ich weiss.

    Solche Frontseiten können ja auch bedenkenlos in einer Zeitung im Zusammenhang mit einem Artikel veröffentlicht werden.

    Wenn Google das jetzt macht, sollen die Frontseiten der Häuser auf einmal verpixelt werden.
    Watt für ein Blödsinn!

    Christian Sickendieck sagt:
    Auch sehr nett:
    Dieter Welzel aus Siegburg nennt mich einen Troll:

    Deinen Artikel hat er in seinem Sinne gekürzt und überreichlich mit seinem persönlichen Kommentar zuschwadro…äh…ergänzt.

    Der Geist eines Blogs strahlt immer auch den Geist oder Kleingeist seiner Betreiber aus. ;)

    Viele Grüße
    Klaus

  4. 4. Dieter

    Kommentar vom 28. August 2010 um 20:11

    Hi Klaus,

    herzlichen Dank für Deine ergänzenden Hinweise und Infos.

    Auch mir ist kein für Deutschland gültiges Gerichtsurteil bekannt, dass das Fotografieren von Häuserfronten von öffentlichen Plätzen aus und das Einstellen dieser Fotos in das Internet verbietet. Ich lasse mich da aber gerne eines Besseren belehren.

    Durch GEO-Tagging und die heutigen Möglichkeiten der Datenverknüpfung kann und ist aus meiner Sicht eine Diskussion über eine neue Definition der Grenzen, was ist erlaubt, was ist verboten und für wen durchaus angezeigt. Sie sollte allerdings sachlich erfolgen und das vermisse ich leider bisher in den Artikeln und Kommentaren von Christian Sickendieck zu diesem Thema.

    Den Kommentar von Christian Sickendieck bei fixmbr.de, in dem er mich aus dem Zusammenhang gerissen zitiert, amüsiert mich. Scheint ihn ja gewurmt zu haben. :cool:

    Wer den Zusammenhang sehen will, kann sich ja mal bei streetview.mixxt.de kostenlos anmelden und dort in der Suche „Don´t feed the troll!“ eingeben sowie den oben verlinkten Blogbeitrag “Mit Jens Best hat die hässliche Fratze der Charakterlosigkeit ein Gesicht bekommen” bei fixmbr.de einschließlich der Kommentare lesen.

    Lieber Klaus, ohne Deinen Hinweis auf den Kommentar von Christian Sickendieck, hätte ich diesen Kommentar übrigens nicht wahrgenommen. Da mein Kommentar mit den beiden Video-Links nicht freigeschaltet wurde, konnte ich dort auch nicht die nachfolgenden Kommentare abonnieren. ;-)

    Viele Grüße zurück
    Dieter

  5. 5. Ronald

    Kommentar vom 15. September 2010 um 18:37

    Haha, das Video ist ja echt großartig und wie brav die Leute da auch noch mitmachen, aber um beim Thema zu bleiben: Ich finde Google Streetview eigentlich einen interessanten Dienst, dem man sich nicht so versperren sollte.

  6. 6. Benedikt

    Kommentar vom 17. September 2010 um 16:53

    Ich persönlich habe zwar die ganze Diskussion in den Blogs diesmal bewusst gemieden, will aber jetzt doch noch ein Wort dazu verlieren.
    Ich habe mit vielen „nicht onlinern“ geredet, die durch die Panikmache von den klassischen Medien absolut gegen Street View sind. Argumente sind sehr dünnschichtig: „Das ist mir zu tief in meine Privatsphäre eingegriffen“ – „und warum postest du dann alle 5 Minuten auf Facebook was aus deinem Leben?“

    Naja.. Die Macht der Medien sollte nicht unterschätzt werden und hier ist mal wieder ein gutes Beispiel dafür.

  7. 7. Dieter

    Kommentar vom 17. September 2010 um 18:11

    @Ronald
    Ja, das Video ist großartig.

    @Ronald und @Benedikt
    Diese Angst vor Google Streetview und die Stimmungsmache dagegen ist in der Tat schon grotesk, zumal Streetview nicht gegen deutsches Recht verstößt, wenn Gesichter und Autokennzeichen verpixelt sind.

    Das sieht mit dem Like-Button für Facebook sowie mit der Standardeinstellung von Google Analytics anders aus. Da werden ohne Einwilligung des Betroffenen personenbezogene Daten erhoben, wenn er eine Webseite damit lediglich aufruft!

  8. 8. Jan

    Kommentar vom 24. September 2010 um 15:09

    Nun steht es ja kurz vor dem Start, verhindern kann man es nicht mehr und Witze darüber gibt es schon. So was wie Google verhängt dein Haus mit schwarzen Leinen, dass man das Haus nicht mehr sieht – weil er ja gesagt hat, dass er nicht eingetragen sein will. Oder ein Abriss Unternehmen kommt und sprengt das Haus weg, weil man möchte, das das Haus entfernt wird.

    Wenn man den Witz beim Google Home View mal rauslässt, gibt es so was schon und auch Google wird erkennen, das es viele Leute gibt, die auf die Big Brother Geschichte stehen und werden sich da einkaufen. Das beweisst ja schon YouTube und Co. Außerdem was wir so alles Google anvertrauen. Man muss doch nur mal seinen eigenen Namen eingeben und man bekommt 1000ende Einträge.

    Schlimm sind eher die Verknüpfungen die kommen, das man irgendwann so gläsern ist, das der Pizza-Lieferant wirklich irgendwann einmal sagt, heee die Pizza kannst du nicht bestellen, die tut dir gesundheitlich nicht gut.

  9. 9. Dieter

    Kommentar vom 25. September 2010 um 12:19

    @Jan
    Auch ich sehe die derzeit die größten Gefahren in der Erhebung von Daten ohne Kenntnis des Betroffenen bzw. der Unkenntnis des Betroffenen über die Tragweite der Datenerhebung und -nutzung durch Dritte sowie die Verknüpfungsmöglichkeiten, weil der Betroffene aus Bequemlichkeit die ganze Zeit in seinem Facebook-, Google- etc Account eingeloggt ist. Zudem ermöglicht GEO-Tagging eine neue Form der Verknüpfung und Personalisierung der Daten.

    Ich glaube allerdings nicht, dass in einem auf Profit basierten Wirtschaftssystem (Kapitalismus) Du plötzlich keine Pizza bekommen würdest, selbst wenn der Pizza-Lieferservice wüsste, dass sie für Dich sehr ungesund wäre. Der wird doch nicht auf seinen Profit verzichten. Die Kosten, wenn Du Gesundheitsschäden erleidest trägt dann der Käufer, die Allgemeinheit (Sozialisierung der Kosten) sowie ggf. die private Krankenversicherung.

  10. 10. Jan

    Kommentar vom 27. September 2010 um 19:30

    Hallo Dieter,

    sorry, war am Wochenende unterwegs, daher konnte ich nicht reagieren.

    Lass uns doch wirklich mal alles irgendwie miteinander verknüpfen. Sprich ich habe Krankheiten und ein paar Schulden. Dies ist alles auf meine Person oder auf meine Daten abgespeichert.

    Ich will mir eine Pizza bestellen und komme über einen Betrag XYZ. Ich will erst mit Karte bezahlen und das geht nicht, weil die Faktorierung sagt, dass ich kein solider Kunde bin. Also muss ich bar bezahlen. Weiterhin weiss man, dass ich gewisse Krankheiten habe und man sagt mir, dass ich was anderes bestellen solle, ansonsten wird eine Mitteilung an meine Krankenkasse geschickt, dass man mir ggf. Leistungen kürzt.

    Unter uns, so verknüpft ist es noch nicht. Aber in Onlineshops ist es schon so, dass man per Rechnung bezahlen kann, ist der Kunde „negativ“ hinterlegt, ist es Ihm nicht möglich, dass er per Rechnung kaufen kann, seine einzige Möglichkeit ist per Vorkasse. Denken wir hier mal ein paar Meter weiter. Irgendwann wird es soweit kommen, dass man auch seine Pizza so bestellen kann, einmal im Monat per Abbuchung oder halt per Rechnung.

    Schlimm ist es, dass die Voraussetzungen schon alle da sind. Es erschreckt einfach.

  11. 11. Dieter

    Kommentar vom 27. September 2010 um 21:35

    Hallo Jan,

    solange Pizza-Dienst und Krankenversicherung nicht zusammengehören oder ein anderes anderes Wirtschaftssystem bei uns existiert, habe ich keine Sorge, dass Bestelldaten an die Krankenversicherung weitergeleitet werden. Aber so etwas kann sich ja mal ändern und dann kann Dein Beispiel schneller Realität werden als uns allen lieb ist.

    Technisch bestehen schon Möglichkeiten, die in der Tat erschreckend sind und 1984 harmlos erscheinen lassen.

    Beste Grüße
    Dieter

  12. 12. Sven

    Kommentar vom 27. Oktober 2010 um 09:24

    Fakt ist doch, dass Bonität, Zahlungsverhalten, Einkaufsverhalten u.s.w. schon jetzt komplett erfasst sind. Man siehe nur Kreditkarten, Payback, EC-Karten u.s.w.

    Es profitieren schon heute die großen und jedem bekannten Unternehmen um passgenaue Angebote an ihre Kunden zu senden.

    Somit muss man nicht herumdiskutieren was alles Schlimmes möglich ist wenn…. Denn es wird schon praktiziert.

    Somit bleiben doch nur 2 Möglichkeiten offen.

    1. Diese Daten stehen allen offen. Zum Vorteil einer bestimmten Gesellschaftsschicht. Zum Nachteil einer gewissen Gesellschaftsschicht.

    2. Die gesamte Art der Datenverwaltung und Verknüpfung muss an die Realität angepasst werden, damit keiner mehr profitieren kann.

    Insofern ist Street-View eigentlich ein Katalysator. Und alle die dagegen votieren stimmen eigentlich dafür, dass Versandhäuser und Bonuskartenbetreiber weiterhin ein Monopol auf den gläsernen Bürger haben.

  13. 13. Dieter

    Kommentar vom 29. Oktober 2010 um 14:30

    @Sven
    Das sehe ich anders. Die beiden von Dir genannten Möglichkeiten sind Extrempositionen. Dazwischen gibt es einige weitere Alternativen.

    Fakt ist, dass das Recht – insbesondere Datenschutzrecht – als auch das Wissen und die Sensibilisierung des Bürgers für die Problematik der rasanten technischen Entwicklung und Möglichkeiten des Internetzeitalters hinterher hinkt. Kurz: M.E. muss am Problembewusstsein und den rechtlichen Regelungen gearbeitet werden.

  14. 14. Annalein

    Kommentar vom 22. März 2011 um 18:44

    Das Video ist ja wirklich herzig! :-) Grundsätzlich ist es aber möglich, sein Haus von der „Einsichtnahme“ ausschließen zu lassen. Deshalb muss man sich nicht über die Sache aufregen.

  15. 15. Dieter

    Kommentar vom 23. März 2011 um 07:20

    Das Video ist eine Parodie. Auch herzig? Auf die Idee es als lieblich/schön anzusehen wäre ich nicht gekommen, aber jeder entwickelt so seine eigenen Assoziationen.

    Aber aufregen muss sich in der Tat niemand über das Video, weil es eben eine Parodie und nicht die Wirklichkeit ist.

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